School-Days

In der Inplay-Area finden Rollenspiele mit dem Genre "Realtime" statt.
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Hikari
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School-Days

Beitrag #41 von Hikari » 21.02.2017 10:52

TJ
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Es war Vogelgezwitscher, das dafür sorgte, dass Chris sich in seinem Schlaf rührte. Jedoch reichte es nicht aus, um den Schwarzhaarigen völlig zu wecken. Stattdessen rollte sich der Teenager herum und kuschelt sich wieder an sein überdimensionales Seitenschläferkissen namens Ben. Zu schlaftrunken, um zu realisieren, dass es überhaupt Ben war an den er sich da anschmiegte, wie eine Katze.
Die wohlige Wärme der Decken, sorgte dafür, dass er wieder einschlummerte und erst einige Stunden später erneut von Vogelgezwitscher und Sonnenstrahlen geradezu sanft aus seinem Schlaf geweckt wurde.
Die wenigen Minuten, die sein Gehirn an diesem Sonntagmorgen – oder war es schon Mittag? – brauchte, um vollends zu realisieren, dass es Zeit war aufzuwachen, nutzte Chris um nachzuholen, wozu er am Vorabend nicht mehr gekommen war: Seine linke Hand erkundete Bens Körper, während er sich mit dem rechten Arm ein wenig aufstützte. Sanft und gleichermaßen verspielt strichen Zeige- und Mittelfinger der linken Hand über das Rechte Schlüsselbein des Sportlers, bevor sie den Linien folgten, welche ihm die ausgeprägte Muskulatur vorgab. Als er an der alten OP-Narbe ankam, verweilten seine Finger länger an ihr. Dieses Mal ist es nicht das Bedürfnis sie zu berühren, dass ihn überkommt – unabhängig davon, dass er dies ja schon tat – vielmehr machte sich der schwarzhaarige Teenager eine mental Notiz Ben danach zu fragen woher die Narbe stammte.
Einige Minuten lang verharrte Chris so. Vollkommen zufrieden mit sich und der Welt solange er nur weiter in Bens Bett liegen konnte und ihn beim Schlafen beobachten durfte. So friedlich. //Perfekt.// Ein Lächeln bildete sich auf den Lippen des Schwarzhaarigen und für einen Augenblick, wirkten die sonst immer angespannten, markanten Wangenknochen, entspannt, weich, friedlich, als wäre jede Last von den Schultern des Teenagers verschwunden. Seine Hand hatte wieder das Schlüsselbein des noch schlafenden Fußballers erreicht und Chris wollte sich zurück in die Kissen fallen lassen, als ein Geräusch ihn erstarren lässt. Es war das Geräusch einer Plastikflasche, welche umkippte und vermutlich davon rollte. Ein so alltägliches Geräusch, dass es niemanden aus der Haut fahren ließ, doch es zerriss die Stille und die wohlige Zweisamkeit fühlte sich mit einem Schlag falsch an. Wenn er diese Wasserflasche hörte, wie sollte man ein Zimmer weiter nicht gehört haben, was in der Nacht passiert war. Selbst gedämpft von Kissen musste sein Stöhnen lauter gewesen sein, als eine schnöde Wasserflasche, die es sich zum Ziel gesetzt hatte umzukippen.
Schlagartig war die Last auf seinen Schultern wieder da und drohte ihm dieses Mal damit ihn unter sich zu begraben. Aschfahl entwirrte sich der Blauäugige aus den Decken. Gerade zu fluchtartig und mehr darauf fokussiert zu funktionieren, floh Chris in das kleine Badezimmer, Doch weder eiskaltes noch brühend heißes Wasser konnten die Last und die Schuldgefühle von ihm waschen und so wurde es ein für ihn extrem kurzer Aufenthalt in dem Badezimmer. Genauso fluchtartig, wie er sich im Badezimmer eingeschlossen hatte, floh er auch aus dem Zimmer der Beiden, sobald er sich schnellst möglich in die Schuluniform gezwängt hatte und das Handy, welches noch immer stumm auf dem Schreibtisch lag in eine der Hosentaschen gestopft hatte.
Der Weg zur Mensa wurde zu einem regelrechten Höllentrip. Eine absurde Mischung aus Erinnerungen an den gestrigen Abend, den Sex, das Gefühl von Ben in ihm und der seltsamen Gewissheit, dass er sich mit dem Braunhaarigen irgendwie vollkommen fühlte und Schuldgefühlen kombiniert mit nackter Panik. Von Sekunde zu Sekunde scheint er blasser zu werden. Blass genug, damit ihm in den Gängen fragende Blicke zuwarf. Blicke, die ihn zu quälen schienen.
Erst nachdem er sich in der Mensa an einen Tisch niederließ, der sich am entgegengesetzten Ende der Mensa, als ihr sonst gewählter Sitzplatz befand, atmete er kurz auf. Der Kaffee vor ihm dampfte vielversprechend und er wagte es sogar einen Blick auf das Handy zuwerfen. Es war kurz nach 11 Uhr und es gab keine neuen Anrufe oder Textnachrichten von Henry. Das war gut. Sonntags war sein freier Tag und es war die eine Regel die Henry strikt befolgte, wenn es um Chris ging. Montags bis samstags hatte er auf Abruf bereitzustehen, sonntags durfte er sich entspannen. Seine Gedanken glitten zu Ben und ein tonloses Seufzten verließ seine Lippen. Das war der erste Sonntag seit Jahren an dem er gerne einen Anruf von Henry erhalten hätte. Einer der es erforderte, dass Chris seinen Adoptivmutter für eine Woche mit nach Mailand begleitete oder Paris. //Paris, ob es ihm dort gefallen würde?// Der Gedanke ließ ihn dermaßen zusammenfahren, dass er sich nicht nur auf die Wange biss, sondern halb von seinem Sitz hochfuhr und direkt von einer Welle des Schmerzes erfasst wurde. Ben war nicht gerade 100% sanft gewesen und Chris hatte sich anscheinend überschätzt. Wieder ein tonloses Seufzten, während er in seinen Kaffee starrte, als wartete er darauf, dass am Boden der Tasse jemand einen Stöpsel zog. Aber es brachte nichts und wieder steuerten seine Gedanken unvermeidlich auf den Abend zuvor zu. Andersherum wäre es für Ben deutlich unangenehmer geworden und während er sich gestern sicher gewesen war, dass es besser war Ben diese Unannehmlichkeiten zu ersparen, fluchte er jetzt über die ständige körperliche Erinnerung an diesen… //Fehltritt.// Ja. Fehltritt war vielleicht der richtige Begriff. Aber immerhin hatte er Zeit sich die ein oder andere plausible Erklärung auszudenken, um Ben so sanft wie möglich klar zu machen, dass das ein Fehler war. Einer der sich nicht wiederholen würde. Genug Zeit solange er Kathy und ihm aus dem Weg gehen konnte.
Immer noch gedankenverloren, aber mit etwas mehr Farbe im Gesicht, nippte er an der Tasse Kaffee, bis diese fast kalt geworden war und wollte sich gerade begleitet von einer weiteren Welle des Schmerzes aufrichten, um sich eine neue Tasse zu holen, als Kathy in sein Blickfeld trat, in ihrem Schlepptau Ben. Automatisch zuckte er in sich zusammen und schien sichtlich zu schrumpfen, doch seine Gebete, dass sie ihn nicht gesehen haben, wurden niedergeschmettert, als Kathys freudige Stimme nah bei sich hört. „Guten Morgen.“, ertönt die Stimme der Blondine, während sie sich setzte, scheinbar auf Ben wartend, der einen Moment lang besorgt wirkte, bevor er sich mit einem Lächeln zu Chris hinabbeugte. Die Stimme so herzzerreißend sanft und liebevoll, hörte Chris wie durch Watte „Guten Morgen Schönheit.“ Fast zu spät realisierte der Schwarzhaarige, dass Ben vorhatte ihn zu küssen. Die Watte verwandelte sich augenblicklich in eine Schneelawine, ein eiskalter Schauer lief ihm den Rücken hinab, als er sich einen Augenblick fast schon panisch umsah, bevor er Ben bestimmt, fast schon rüde, von sich schob. Sämtliche Farbe war auf einen Schlag aus dem Gesicht des Millionärssohns gewichen und als er dieses Mal aufsprang, waren die Schmerzen im Unterleib vergessen. Alles was zählte war es sich an Ben vorbei einen Weg aus der Mensa zu schaffen. Es gelang ihm und kaum schlug die Flügeltür hinter zu verfiel er in einen leichten Sprint. Nichts was Ben nicht hätte einholen können.
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Drachenschmetterling
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Beitrag #42 von Drachenschmetterling » 07.03.2017 20:13

Verschlafen registrierte Ben, wie Chris im Badezimmer verschwand und kurz darauf das Zimmer verließ. Irritiert stand er auf und starrte die Tür an. Er war schon wieder abgehauen... Seufzend ging er ins Badezimmer und dachte, während er unter der heißen Dusche stand über den vergangenen Abend nach. Das Date mit Kathy war nebensächlich geworden. Verdrängt von den intensiven Moment mit Chris. Noch nie hatte Ben sich so gefühlt beim Sex. Es hatte alles gepasst. Er liebte Chris und der junge Mann hatte auch Gefühle für ihn. Die Frage, wo Chris jedoch heute morgen so schnell hin musste, blieb.
Er zog eine einfache etwas zerschlissene Jeans, die locker auf seinen Hüften saß, an und ein graues T-Shirt, dass so eng saß, dass sich seine Muskel sanft darunter abzeichneten.

Zerstreut strich er sich durch die nassen Haare, als er an Kathys Tür klopfte. Er wollte sich bei ihr für sein Verhalten vom Vorabend entschuldigen und ihr alles erklären. Aber als sie die Tür öffnete grinste sie ihn nur an und schob den blonden Jungen mit dem Chris gestern unterwegs war an ihm vorbei. "Bis später Matt." sagte sie und zog die Tür hinter sich zu.
Auf Bens verwunderten Blick zog sie eine Augenbraun hoch und stemmte die Hände in die Hüfte. "Was denn? Bei euch waren wir ja wohl abgemeldet." Entschuldigend hob Ben die Hände. "Ich weiß gar nicht was du meinst." Er grinste. SIe schien ihm überhaupt nicht böse zu sein, als hätte sie es schon immer gewusst. "Tut mir Leid... Das ich gestern zu abwesend war... ich... ich weiß selbst nicht." begann er mehr schlecht als recht eine Entschuldigung zu stottern. "Ein blinder mit nem Krückstock, hat gesehen, was da bei euch beiden los war. Habt ihr wenigstens reden können?" fragte sie, während die beiden sich auf den weg in die Mensa machten.
Es war ihr morgendliches Ritual geworden. Ben holte Kathy an ihrem Zimmer ab und gemeinsam gingen sie dann zur Mensa und besprachen alle möglichen Banalitäten.
"Hrmpf..." grummelte er. Für ihn ging es heute nicht um Banalitäten. "sagen wir es so, bevor wir reden konnten ist Chris aus dem Zimmer verschwunden..." Es war nur ein Teil der Wahrheit, aber Ben verspürte keinen Drang Kathy zu erzählen, dass Chris heute morgen aus seinen Armen geflüchtet war. "Sag mal... du und dieser... Matt? Wie kam das?" versuchte Ben abzulenken und Kathy sprang sofort sdrauf an. War sie doch froh, endlich mal etwas so spannendes zu erzählen zu haben und übersah dabei völlig, was ihre Freunde quälte.

Er sah den schwarzhaarigen noch vor Kathy und musterte ihn einen Moment lang besorgt. Keiner in der Mensa beachtete sie und er wollte Chris wissen lassen, dass die vergangene Nacht alles und nichts verändert hatte.
Langsam beugte er sich vor und flüsterte mit einem schiefen Grinsen: „Guten Morgen Schönheit.“
Er wollte Chris kurz küssen und sich neben ihm auf den Stuhl fallen lassen, aber bevor es dazu kam stieß er ihn beiseite und floh aus der Mensa. Es fühlte sich an, als würde Eis in seinen Brustkorb laufen so kalt und klar war der Schmerz.
Leise fluchte der braun haarige und merkte wie sie alle anstarrten. Es war ihm scheiß egal. Er rannte seinem Mitbewohner hinter her und holte ihn schon nach wenigen Metern ein. Er wollte antworten. Er drehte den jungen Mann mit dem Rücken gegen die Wand und stütze sich links und rechts neben seinem Gesicht gegen die Wand mit der flachen Hand.
Einen Moment ließ er den Kopf hängen und sammelte sich, ehe er den Blick hob und Chris in die kalten blauen Augen sah. "Erklär mir bitte endlich wo dein verschissenes Problem liegt?!"
Er packte Chris Handgelenk und zog ihn an sich ran.
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Hikari
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Beitrag #43 von Hikari » 07.07.2017 20:41

Der Flur verschwamm in seiner Sicht und das leise Getuschel, welches die Schüler des Internats für gewöhnlich an einem Sonntagmorgen auf dem Weg zum Frühstück begleitete, wurde zu einem fernen undeutlichen Rauschen. Sein Hals fühlte sich seltsam trocken an und sein Herz wie ein Eisklumpen. Klar. Glaubte man den Gerüchten besaß er so wieso kein Herz und oft schon war er froh darüber gewesen, denn genau das sollte man glauben. Niemand freundete sich mit einem herzlosen Bastard an.
Aber an diesem Morgen spürte er zu deutlich, dass jenes Herz, das er seit Jahren zu schützen und verstecken versuchte sich auf unangenehme Weise meldete und Schuld daran war Ben… Henry… Beide! Ein tonloses Seufzten verließ seine Lippen und der zunächst schnelle Schritt wurde langsamer. Er wollte weg. Er musste weg. Weg von Ben, ja vielleicht sogar von allem hier, aber was sollte das bringen? Noch ein Seufzten, dieses Mal fuhr er sich dabei durch die Haare. Das alles wäre deutlich leichter, wenn der schwarzhaarige Jugendliche sich am Vorabend am Riemen gerissen hätte, aber nein! Er musste ja unbedingt mit seinem Zimmernachbarn ins Bett gehen. Ihm Hoffnungen machen, die er sowieso nicht erfüllen konnte.
Es war der Moment in dem Chris stehen bleiben und frustriert mit der Hand gegen die Wand schlagen wollte, als irgendjemand ihn herumwirbelte und gegen die Wand presste. So tief in den eigenen Gedanken versunken, hatte er die Schritte hinter sich gar nicht wahrgenommen. Sie waren wie die restliche Umgebungsgeräusche einfach zu einem fernen Rauschen verschmolzen.
Seine Augen erfassten Ben doch sein Gehirn, welches zu oft Zeuge von körperlicher Gewalt geworden war, realisierte zu spät, dass dies kein Feind war. Die Hände des Sportlers trafen Sekunden später auf die Wand und das Geräusch ertönte in der nur vom Rauschen unterbrochenen Stille unnatürlich laut, ja fast schon schmerzhaft. Das Geräusch sorgte dafür, dass der sonst so kühle Teenager zunächst zusammenzuckte, als hätte man ihn geschlagen, bevor er einige Hundertstel später den Anschein eines Rehs im Scheinwerfer Licht machte. Doch im Gegensatz zu Bambi erstarrte Chris nicht nur und weitete die Augen vor Schreck, sondern vergaß sogar das Atmen.
Sein schweres Herz pochte ungewohnt langsam und schwer, während seine Augen zu registrieren versuchten, was Bens nächster Schritt war in der Hoffnung die körperliche Reaktion geringfügiger zu halten und nicht noch an einem Herzinfarkt zu sterben.
Er sollte sich irren. Gerade hatte er wieder begonnen zu Atmen hob Ben den Blick, sah ihn fast schon vorwurfsvoll an und hätte dieser Blick für gewöhnlich gereicht um Chris das Herz noch schwerer zu machen, war die Stimmlage des Sportlers eine die nicht nur sein Gehirn, sondern seinen ganzen Körper in Alarmbereitschaft versetzte. Zu sehr erinnerte ihn dieser angespannte nahezu flüsternde Ton ihn an Henry. Nicht an Henry den Anwalt oder Henry den Millionär. Nicht an einen vor Wut kochenden Henry, sondern an den Tod ernsten Henry, welcher kurz davor stand unangemessenes Verhalten mit den richtigen Erziehungsmethoden zu bestrafen… oder in anderen Wort Henry kurz bevor er zu schlug.
Automatisch versuchte Chris noch einen Schritt nach hinten auszuweichen, wurde jedoch sowohl von der Wand als auch von Ben, welcher ihn am rechten Handgelenk packte, daran gehindert. Für einen kurzen Augenblick ließ er sich ziehen, bevor sein ‚Überlebensinstinkt‘ ins Rollen kam. Das hier war Ben und nicht Henry. Es hätte keinerlei Konsequenzen wenn er sich wehrte. So wanderte sein Blick kurz zur Hand des Braunhaarigen, bevor er sich durch Ausdrehen aus dem Griff befreite und Ben einige Sekunden lang sprachloch anstarrte.
„Vergiss es einfach. Es war ein Fehler. Mehr nicht.“
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Drachenschmetterling
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Beitrag #44 von Drachenschmetterling » 07.07.2017 20:41

Einen Herzschlag lag herrschte Stille ehe Chris anfing zu reden. „Mehr nicht?“ fragte Ben völlig ungläubig. Er ballte die Faust, die eben noch Chris Handgelenk umklammert hielt, schmerzhaft fest zusammen. „Du schiebst so nen Aufstand wegen einem Fehler?!“ Seine Stimme hob sich und wurde bedrohlich laut. „Alter was soll die Scheiße? Erklär mir was da gestern los was!“ Dass die anderen ihn anstarrten war ihm völlig egal, sah es doch bisher einfach so aus, als sei es nur ein Streit zwischen Mitbewohnern.
Aber ein Streit mit seinem Mitbewohner sollte nicht so schmerzen. Chris nannte ihn einen Fehler, nachdem was sie gestern getan hatten, aber Ben wollte den Schmerz nicht wieder zu lassen und so wandelte sich sein Schmerz in Zorn und er funkelte Chris wütend an. Blind für jede Reaktion seines Gegenübers ging er wieder einen Schritt auf ihn zu. „Ich kann das nicht einfach so vergessen Chris.“
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Beitrag #45 von Hikari » 07.07.2017 20:41

„Das ist ja wohl nicht mein Problem!“, kam die kühle, defensive Antwort von Chris. War er zunächst zwei Schritte vor Ben zurückgewichen und hatte sich von der Wand in seinem Rücken befreit, fühlte er sich nun wieder von dem Braunhaarigen bedrängt und gleichermaßen verletzt. Es verletzte ihn Ben verletzen zu müssen, aber das Ganze hier war absurd. Er wollte keinen kurzen schnellen Sex in einer Besenkammer. Er hätte sich umdrehen sollen. Ben stehen lassen sollen. Doch irgendetwas an der aggressiven Körperhaltung und der immer aggressiver werdenden Stimme ließ Chris innehalten. „Lass es einfach, okay?“ //Lass es…ich kann das nicht.// Wenn man genau hinsah, wirkte der Teenager alles andere als kühl. Vielmehr ängstlich, eingeschüchtert. Erst wurde Henry ruhig, berechnend, ernst bis der erste Schlag fiel. Dann aggressiv und wenn Chris sich fühlte als hätte man die Scheiße aus ihm rausgeprügelt, dann wurde Henry spöttisch, höhnisch… verletzend. „Zu viel Alkohol. Eine dumme Idee. Ein Fehler halt!“ Er schien sich an diese Begründung zu klammern, als wäre es ein rettender Strohhalm an den er sich klammern konnte.
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Beitrag #46 von Drachenschmetterling » 07.07.2017 20:42

„Als ob der perfekte Chris so viel trinken würde, dass er einen Fehler macht. Das gestern Abend war nicht irgendeine schnelle Nummer!“ Bens Stimme bebte vor Zorn und er fixierte Chris Augen fest, aber er konnte ihn nicht erkennen, sah nicht die Angst in seinen Augen.
Viel zu sehr war er mit seinen eigenen glühenden Gefühlen beschäftigt. Die Leidenschaft die er gestern Abend gespürt hatte, während Chris und er einander geliebt hatten und die Verzweiflung die er durch Chris harte Ablehnung spürte.
Er griff erneut das Handgelenk des schwarzhaarigen, ging einen weiteren Schritt auf ihn zu. Fast schon Nase an Nase standen sie da, konnten den Atem des anderen auf ihren Lippen fühlen. Bens Brust hob und senkte sich schnell. Einen Atemzug lang sah Ben, Chris in die Augen. „Sag mir, dass es nicht echt war. Dass die Gefühle die ich für dich habe ein Fehler sind. Dass das hier falsch ist“ brachte er, hinter zusammengebissenen Zähnen hervor und beugte sie vor. Kaum mehr als ein paar Millimeter trennten, die Lippen der beiden voneinander, aber Ben zögerte. Er wollte, dass Chris seine eigene Schwäche eingestand, ihn küsste und endlich aufhörte ihn von sich zu stoßen.
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Beitrag #47 von Hikari » 07.07.2017 20:43

Der erste Impuls des Schwarzhaarigen, war es Ben von sich zu stoßen. Ihn anzuschreien, dass er alles andere als perfekt war. Dass allein seine Sexualität dafür sorgen würde, dass er Perfektion niemals erreichen konnte. Aber er tat es nicht, sondern starrte Ben erschrocken – seltsam verstört – an, als dieser nicht gerade leise verkündete, dass es mehr war als eine schnelle Nummer. Vielleicht hätte der Teenager erleichtert sein sollen. Vielleicht hätte er sich freuen sollen, doch merkte man als aufmerksamer Zuschauer schnell, dass der Millionärssohn von Wort zu Wort immer mehr an Farbe einbüßte, bis er unnatürlich blass dastand und Ben einen fast schon flehenden Blick zu warf. //Tue mir das nicht an! Mach es nicht kaputt… mach nicht kaputt, was ich so hart erkämpft habe.//
Seine Beine wollten noch einen Schritt zurück machen, als Ben sein Handgelenk erneut packte. Zu abgelenkt von dem leisen Getuschel der wenigen Schaulustigen, erwischte Ben ihm im wahrsten Sinne des Wortes auf dem falschen Fuß und Chris sah sich unvermittelt Ben gegenüber nur getrennt von wenigen Zentimetern. Die Worte ließen sein schmerzendes Herz schneller schlagen. Jeder Schlag schien gegen seinen Brustkorb zu hämmern, als wollte der kleine Muskel ihm die Rippen brechen. Es war so richtig und so falsch zur gleichen Zeit und so unsicher er sich bei fast allem an dieser Situation war, so sicher war er sich, dass Ben eine Gefahr für das kleine Fleckchen Frieden war, dass er sich erkämpft hatte. Glück und Liebe bedeuteten Opfer zu bringen, aber den Preis den er dafür zahlen sollten – den Preis den andere dafür zahlen sollten – war zu hoch.
Nur einen Herzschlag später spürte er den Atem des Sportlers auf seinen Lippen. Chris‘ Körper reagierte, bevor der junge Mann sich auch nur Gedanken über Richtig und Falsch machen konnte. Innerhalb eines Wimpernschlages schloss er die winzige Lücke, welche ihn noch von den Lippen seines Mitbewohners trennte. Als wären seine fleischliche Hülle und sein Geist zwei autonom handelnde Wesen, rückte die schlanke Silhouette näher an Ben und die freie Hand, welche sich nicht in Bens Griff befand, griff in den Nacken des Braunhaarigen und verkrallte sich dort in den Haaren.
Die Schmerzen und jeder Zweifel waren vergessen, sobald sich ihre Lippen berührten und auch als er sich von Ben löste, nachdem ihm bewusstwurde, dass er das Atmen erneut vergessen hatte – nicht ohne Ben kurz, verspielt in die Unterlippe gebissen zu haben – kehrten sie nicht zurück. Doch die Blicke in seinem Rücken schienen ihn sichtlich zu verunsichern. Unschlüssig wohin mit sich selbst – in Luft auflösen ging ja nicht – behielt er nur die geringe Distanz zu Ben bei und vergrub sein Gesicht so gut es ging im T-Shirt des anderen. „Wir…“, setzte seine Stimme leise murmelnd an, wobei sein Atem das Fleckchen Stoff und die darunterliegende Haut erwärmte. „Wir sollten das wirklich woanders besprechen.“
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Beitrag #48 von Drachenschmetterling » 07.07.2017 20:50

Es brannte wie Feuer. Dieser kurze Moment fühlte sich an wie eine Ewigkeit, während seine Lippen kribbelten und brannten. Er musste alles auf diese eine Karte setzen. Er hatte sein Herz verloren und das hier war die letzte Möglichkeit es zurückzugewinnen.
Chris sanfte Lippen löschten das Feuer und Ben zog ihn mit seinem freien Arm eng an sich, während die andere Hand langsam das Handgelenk losließ und die Finger mit einander verschränkte.
Als sie sich lösten hielt er Chris beinahe beschützerisch weiter im Arm. Es sah in das Gesicht eines Mitschülers, als Chris murmelte und nickte leicht. „Du hast recht.“ Immer noch hielt er Chris Hand und an dieser zog er ihn zu ihrem Zimmer. Er wurde immer schneller und bestimmter.
Mit Schwung schlug er die Zimmertür zu und drehte sich zu Chris um. Rasch überbrückt er die paar Meter und nimmt sein Gesicht in beide Hände. Einen kurzen, intensiven Kuss später schaut er Chris an und atmet tief durch. „Also, los. Wenn es kein Fehler war, was ist dein Problem. Bitte rede mit mir.“ Seine Stimme war beinahe flehentlich und er sah eindringlich in diese tiefen blauen Augen. „Chris… bitte...“
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Hikari
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Beitrag #49 von Hikari » 07.07.2017 21:03

Seine Lippen brannten als Ben ihn erneut küsste un im Versuch das unvermeidliche immer weiter aufzuschieben, hielt Chris die Augen selbst dann noch geschlossen, als Ben sich schon längst von ihm gelöst hatte. Es war ein verzweifelter Versuch der Wahrheit noch einen Augenblick länger zu entkommen. Als er sie dann öffnete, bohrte sich Ben's Blick auf zugleich schmerzhafte und wunderbare Weise in seine eigenen Augen. Für einige Augenblicke lang streckte sich der Arm des Blauäugigen aus und seine Hand strich gedankenverloren über die linke Wange des Sportlers, bevor er sie zurückzog als hätte er sich daran geschnitten. Für Sekunden wirkt der Millionärssohn verloren, fährt sich mit der selben Hand durch die Haare und hinterlässt dabei ein Chaos, dass fast schon wieder attraktiv ist.
"Du... Ich... Wir..." Die Worte verließen in einem gestammelten Chaos die Lippen des Teenagers und für einen Moment hätte man meinen können, dass Chris deswegen sauer auf sich selbst war und spätestens als er versuchte die Krawatte zu lösen und dabei in einem Anflug von Zorn seinen Mülleimer, welcher neben dem Schreibtisch stand, trat, merkte man nur zu deutlich, dass der Teenager überfordert und aufgewühlt war.
Als der Mülleimer am anderen Ende des Raumes gegen seinen Nachttisch krachte, schien Chris endlich ausreichend Genugtuung erreicht zu haben um klare Sätze zu artikulieren, was ich ihn jedoch nicht daran hinderte sich weiter durch die Haare zu fahren und sie in ein Vogelnest-artiges Chaos zu verwandeln.
"Ich will keine halben Sachen, Ben!", Platze es schließlich aus ihm heraus. "Und du sicher auch nicht." Während ersteres ein verzweifelter Ausruf war, war letzteres eher ein sachliches Statement und wäre der irgendwie bittere Unterton nicht gewesen, hätte man meinen können, dass alles bestens war. Minus und Minus ergab schließlich Plus.
Doch eben jener Unterton war es auch der die nächsten Worte des Schwarzhaarigen begleitet. "Wir können nicht zusammen sein. Es gibt Gründe...", murmelte er leise, bevor er sich sichtlich erschöpft auf sein Bett setzte und Ben entschuldigend ansah. "Ich möchte mich nicht verstecken müssen. Ich möchte keine Beziehung hinter geschlossenen Türen führen... und du hast besseres verdient. Also bitte..." //geh bevor es zu spät ist.//
Er wirkte erschöpft, wie er so dasaß und sich das Gesicht rieb und gleichzeitig noch immer versuchte ein Mindestmaß an Selbstbeherrschung zu bewahren.
Natürlich war ihm bewusst, dass es nicht so einfach davon kommen würde. Ben würde sich nicht mit 'es gibt Gründe' abspeisen lassen, aber trotzdem musste er es versuchen. Die Wahrheit war selbst mit Kopien seiner Krankenakte unglaubwürdig und selbst wenn Ben es ihm Glauben würde, es würde nichts... absolut gar nichts an der Gesamtsituation ändern. Er würde nicht das Glück seiner kleinen Adoptivschwester für sein eigenes opfern.
So sehr es sich wünschte, so sehr er sich danach sehnte dort war keine Hoffnung für die zwei.
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